Archiv des Autors: Jörg Gebert

NEUERSCHEINUNGEN

Fauna der Schwärmer (Lepidoptera: Sphingidae) Sachsens

Im Rahmen der „Beiträge zur Insektenfauna Sachsens“ erscheint als Band 24 die „Fauna der Schwärmer Sachsens“ in den „Mitteilungen Sächsischer Entomologen“ als Supplementband Nr. 13, voraussichtlich im September 2019.

Bearbeiter sind Rolf Reinhardt, Steffen Pollrich & Gerhard Fiedler. Das Werk umfasst 160 Seiten und ist vollständig farbig gestaltet. Es werden alle in Sachsen vorkommenden Arten abgehandelt und bewertet sowie eine Rote Liste erstellt.

Außerhalb des Abonnentenkreises der „Mitteilungen Sächsischer Entomologen“ kann das Werk nur gegen eine Schutzgebühr abgegeben werden und das auch nur, wenn Ihre Bestellung bis zum 1. November 2019 schriftlich vorliegt. Die verbindliche Bestellung kann ab sofort erfolgen. Bitte geben Sie dafür Ihre Postanschrift bekannt.

Die Schutzgebühr, einschließlich Porto und Versand, beträgt 20,00 EURO.

Bestelladresse:
Rolf Reinhardt, Burgstädter Str. 80a, 09648 Mittweida
per e-mail: Reinhardt-mittw@t-online.de oder über den online-shop www.tagfalter-sachsen.de


Tagfalter der Schweiz bestimmen – ein Feldführer

Vier Jahre nach Erscheinen des „Guide d’identification des papillons de jour de Suisse“ der Westschweizer Brüder Vincent und Michel Baudraz liegt nun auch die deutschsprachige Version vor. In enger Zusammenarbeit mit den Autoren hat sich eine kleine, motivierte Gruppe die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, das fachlich hochstehende Bestimmungsbuch zu übersetzen und damit einer noch breiteren Nutzerschaft zugänglich zu machen. Das Ergebnis überzeugt: Hier präsentiert sich gesammeltes Wissen auf neustem Stand, verständlich und in handlichem Format.

Dabei hatte sich schon das französische Original in der Praxis bestens bewährt. Was im Einleitungstext versprochen und von Anwendern bestätigt wird: Das Buch macht es möglich, im Feld die 216 Arten von Tagfaltern und roten Widderchen, die in der Schweiz vorkommen, zuverlässig zu bestimmen. Und dabei muss man kein erfahrener Fachmann, nicht studierte Biologin sein. Bewusst wurden die Texte in allgemein verständlicher Sprache gehalten. Der Bestimmungsschlüssel (Teil 1) führt in klaren Schritten vom ersten Eindruck über einfache Farbmerkmale oder Zeichnungselemente auf und unter den Flügeln bis hin zur detaillierten Betrachtung kleinster Unterschiede. Die Beschreibungen sind anschaulich begleitet durch die erstklassigen Zeichnungen von Hans-Peter Wymann, welche bereits in früheren Werken erschienen waren. Alle Merkmale finden sich komplett aufgelistet in den 53 Tafeln in Teil 2, wo jede Art in Bild und Wort vorgestellt ist. Dabei wird auch der oft breiten Variabilität innerhalb einer Art Rechnung getragen.

In einem dritten Teil sind für jede Art Verbreitungskarten für die Schweiz sowie Diagramme zu Höhenverbreitung und Phänologie abgedruckt, welche bei ähnlichen Arten im Ausschlussverfahren die Bestimmung erleichtern.

Dass die Autoren nicht nur exzellente Kenner der Materie sind, sondern zudem echte Naturfreunde, zeigt die Tatsache, dass sie in ihrem Führer eine Grenze ansprechen. Sie lehnen es ab, Tiere um des Bestimmens willen zu töten. Bei den wenigen Arten, wo nur durch Sezieren des Tieres eine sichere Bestimmung möglich ist, wird dies ausdrücklich erwähnt. Die Motivation hinter dem Führer ist, durch verbesserte und breiter abgestützte Artenkenntnisse mehr für den Schutz der Tagfalter und ihrer gefährdeten Lebensräume tun zu können. Daher ist der Baudraz in mehrfachem Sinn ein vorbildliches Buch, dem man nur wünschen kann, dass es bald zum unentbehrlichen Begleiter jedes Naturfreundes wird, auch über die Schweizer Grenzen hinaus.

Urs Lustenberger

Vincent Baudraz und Michel Baudraz (2020): Tagfalter der Schweiz bestimmen – ein Feldführer

Mit den Illustrationen von Hans-Peter Wymann (Artzeichnungen) und Vincent Baudraz (Bestimmungsmerkmale)

Verlag und Vertrieb: info fauna – Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF), Avenue de Bellevaux 51, CH-2000 Neuchâtel, www.cscf.ch, 225 S.

Info’s zu Mantis religiosa

Manfred Keller (Berlin) stellt hier in Abständen neue Erkenntnisse zu Mantis religiosa aus seinem Arbeitsbereich zur allgemeinen Verfügung.

Der Rundbrief Nr. 7/2016 steht hier zum Download bereit.

Liebe Naturfreunde, liebe Mantiden-Freunde,
eigentlich wollte ich mich noch nicht so schnell melden. Aber es gibt erfreuliche Neuigkeiten:

Neufund einer Mantidenpopulation durch ein Kind:

In einer Einfamilienhaussiedlung nahe des Ortes 14959 Trebbin lebt der 8 jährige Quentin. Der Ort befindet sich im Land Brandenburg, 30 Fahrkilometer südwestlich von Berlin.

Am Dienstag, dem 7.7.2015 wollte Quentin hinter dem Haus Heuschrecken fangen.

Diese Wiese ist eigentlich eine Baubrache, die es seit ca. 13 Jahren gibt. Sie dient u. a. als Hundeauslauf und zur Entsorgung von kleineren Mengen von Gartenabfällen. Die Fläche ist ca. 1300 m² groß und wird von 3 Seiten mit Siedlungsgärten begrenzt.

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Nach Südwesten befindet sich ein Feld, welches momentan mit Getreide bestellt ist.

Nach kurzer Zeit kam Quentin mit einer Mantidenlarve zurück, die er seiner Mutti stolz zeigte. Bei der anschließenden Suche fanden die beiden innerhalb kürzester Zeit 12 Larven L3 bis L4.

Die Familie informierte die zuständige Untere Naturschutzbehörde von der ich umgehend von diesem interessanten Fund erfuhr. Vielen Dank!

Am Freitag, dem 10.7.2015, erfolgte eine Inspektion gemeinsam mit der Familie. Diese ergab innerhalb von knapp 60 min 16 Larven, L4 bis L5, mit dick gefüllten Bäuchen.

Außerdem fanden wir noch 4 „leere“ Ootheken vom Vorjahr. Eine lag im Gras und drei waren noch an kräutigen Stängeln/Grashalm angeheftet. In deren Nähe fanden wir auch die meisten Larven.

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Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Die Mantis religiosa lebte schon 2014 dort und ist nicht entdeckt worden. Die Frage, wie sie dort hin kam, ist vorerst nicht zu klären.

Wichtiger ist nach unserer Meinung:

Woher stammen die Tiere?
Gibt es in der Nähe noch mehr Vorkommen der Mantis religiosa? Ist das Vorkommen gefährdet? Weiterhin stellte ich dort zwei „junge“ Wespenspinnen, ein Feldwespennest und viele Futtertiere fest.

Aktuelle Verbreitung der Gottesanbeterin Mantis religiosa L. in Deutschland
(Aufruf zur Mitarbeit)

Die Gottesanbeterin ist der einzige Vertreter der Ordnung Mantodea (Fangschrecken) nördlich der Alpen. Seit mehreren Jahren erweitert diese wärmeliebende Art ihr Areal, welches bisher in SW-Deutschland lag, in Richtung Norden. Stabile Populationen wurden in den letzten Jahren auch aus Berlin und Brandenburg bekannt. Desweitern gibt es Meldungen über Funde einzelner Tiere.

Berliner Entomologen wollen in Zusammenarbeit mit dem BFA Entomologie im NABU und der Entomofaunistischen Gesellschaft e. V. die weitere Ausbreitung von M. religiosa verfolgen und dokumentieren.

Dazu rufen wir alle interessierten Entomolog(inn)en auf, uns ihre entsprechenden Beobachtungen mitzuteilen. Ein fotografischer Beleg (i. d. R. reicht ein Handy-Foto dorsal/ventral) ist sehr willkommen. Vor allem sind Nachweise im nördlichen Rheinland-Pfalz und südlichen Nordrhein-Westfalen, in Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg, aber auch in allen anderen Bundesländern von besonderem Interesse.

Einige ausgewählte Habitate im Norden Deutschlands sind:

  • Tagebau-Rekultivierungsflächen ohne hohen Baum- oder Strauchaufwuchs
  • Gründlandbrachen mit schlechtem Bodenwert, welche mind. 2 Jahre nicht bearbeitet wurden
  • stillgelegte Bahnanlagen, Südhänge, Trockenrasen und verwilderte Wiesenflächen im Siedlungsbereich. Entscheidend ist, dass für alle 6-7 Larvenstadien die passende tierische Beute von Anfang an in ausreichender Mende vorhanden ist.

Eine Suche lohnt sich nur bei „voller“ Sonne.

Als „Lauerjäger“ sind die Tiere sehr gut getarnt und flüchten nur, wenn sie unmittelbar „bedroht“ sind, also kurz bevor man auf sie tritt. Die Flucht erfolgt oft durch „weghangeln“. Männchen fliegen selten, meist nur auf der Suche nach Weibchen. Die Weibchen werde ab Ende August auf dem Weg nach geeigneten Eiablageplätzen, oft auf Fahrradwegen, Vorgärten oder Blumenrabatten entdeckt.

Die Eigelege (Ootheken) werden geschützt und wärmeexponiert an krautigen Pflanzen in 5 -15 cm Höhe abgelegt. Im Berliner Südgelände, einem ehemaligen Güter-Bahnhof, sind sie unter den Gleis-Schottersteinen und an der Unterkante der Schienen zu finden!

Folgende Tierarten kommen auch in den Mantidenhabitaten vor: Kleiner Feuerfalter, Scheckenfalter, Segelfalter, Blauflüglige Ödlandschrecke, Sichelschrecke, Schwertschrecke, Dornfinger, Wespenspinne und natürlich die Zauneidechsen.

Für weitere Fragen stehe ich, Manfred Keller, gerne auch telefonisch unter 0176 41 707 658 zur Verfügung.  (zu empfehlen: http://bkmakro.de/Makro/Mantiden/MR.htm).

Fundmeldungen bitte per Mail an:

  • Manfred Keller, Löptener Str. 9, 12305 Berlin, E-Mail: post@manfred-keller.de
    oder
  • Werner Schulze, Samlandweg 15a, 33719 Bielefeld; E-Mail: WSchulze@entomon.de

Herzliche Grüße von Manfred Keller


 

Wer den Mantiden-Rundbrief nicht mehr möchte, den bitte ich um eine kurze Rückinformation.
Weitere Fotos jeder Art können bei mir angefordert werden. Für Fragen und Hinweise bin ich immer dankbar!

Hier folgen weitere Bilder deren Dateinamen sich selbst erklären.

Paarung-Annaeherung Bln 6214 Oothek gro 2401 Braunes Maennchen 0957 Paarung Bln 5945 Oothek-Geiseltalsse 4823 Oothek-7080 Oothek Rainfarn 2334 Oot Nochten MK 9985 Habitat Havelland 0983 Habitat Bahn Bln 1405